Zuletzt aktualisiert am 24. October 2026
Die Zahl ergibt sich aus den Besetzungsstunden geteilt durch die verfügbare Jahresarbeitszeit je Person. Für den durchgehenden Dreischichtbetrieb sind das rechnerisch vier Gruppen — mit Ferien, Feiertagen und Ausfällen fast immer fünf.
Die Grundrechnung lautet: benötigte Besetzungsstunden geteilt durch die Arbeitszeit einer Person. Für 24 Stunden an sieben Tagen sind das 168 Stunden je Woche, bei 42 Vertragsstunden also vier Gruppen. Diese Zahl ist aber brutto. Zieht man Ferien, Feiertage, Krankheit und die Ausgleichsruhezeit für Nachtarbeit ab, bleiben je Person rund 1.770 statt 2.184 Stunden im Jahr — und aus vier Gruppen werden knapp fünf.
Wie lautet die Grundrechnung?
Zuerst die Besetzungsstunden: Wie viele Stunden müssen in der Woche besetzt sein?
Drei Lagen zu acht Stunden an sieben Tagen ergeben 168 Stunden. Drei Lagen an fünf Tagen ergeben 120. Zwei Lagen an fünf Tagen ergeben 80.
Dann die Division durch die vertragliche Wochenarbeitszeit. Bei 168 Besetzungsstunden und 42 Vertragsstunden sind es genau vier Gruppen, bei 120 Stunden drei, bei 80 Stunden zwei.
Das deckt sich mit der Praxis: Das SECO nennt für den ununterbrochenen Betrieb in der Regel mindestens vier Schichtgruppen.
Warum reicht diese Zahl nicht?
Weil sie unterstellt, dass jede Person 52 Wochen im Jahr im Plan steht. Das tut niemand.
Eine Beispielrechnung bei 42 Wochenstunden:
- Bruttoarbeitszeit im Jahr: 42 × 52 = 2.184 Stunden
- Ferien, 5 Wochen: −210
- Feiertage, 9 Tage: −76
- Krankheit und Ausfälle, 3 Prozent: −66
- Ausgleichsruhezeit Nachtarbeit, 10 Prozent von rund 600 Nachtstunden: −60
- Verfügbar: rund 1.770 Stunden
Der Jahresbedarf für eine Rundumbesetzung beträgt 8.760 Stunden. Geteilt durch 1.770 ergibt das 4,9 Gruppen.
Vier Gruppen decken den Plan also nur dann, wenn niemand Ferien nimmt und niemand krank wird. Die fehlende Differenz wird in der Realität über Überstunden, Springer oder Fremdpersonal geschlossen.
Diese Lücke ist ein typischer Grund, warum Schichtpläne nach wenigen Monaten nicht mehr halten. Der Plan wird mit vier Gruppen gerechnet, geht auf dem Papier auf und kippt beim ersten längeren Ausfall. Dann wird nachgesteuert — mit Überstunden, mit verkürzten Ruhezeiten, mit kurzfristigen Umplanungen. Dabei war der Fehler schon in der ersten Rechnung angelegt. Wer die Differenz zwischen Brutto- und Nettoverfügbarkeit von Anfang an ausweist, muss eine unbequeme Diskussion über die Personaldecke führen. Diese Diskussion kommt aber ohnehin, nur später und unter Druck.
Welche Zwischenlösungen gibt es?
Zwischen vier und fünf Gruppen liegt viel Gestaltungsraum.
Die vierte Gruppe plus Springerpool. Vier Gruppen im Plan, dazu eine Gruppe von Springern ohne feste Lage, die Ausfälle und Ferien abdeckt. Rechnerisch dasselbe wie fünf Gruppen, organisatorisch flexibler.
Die fünfte Gruppe mit reduzierter Betriebszeit. Fünf Gruppen über 35 Tage ergeben längere Freiblöcke und mehr Puffer, kosten aber mehr Personal.
Teilzeit in der fünften Gruppe. Statt einer vollen Gruppe mehrere Teilzeitstellen, die Ferien- und Spitzenzeiten abdecken.
Wochenendlagen verlängern. Zwölfstundenlagen am Wochenende binden nur zwei statt drei Gruppen und senken den Bedarf an Wochenendbesetzung, ohne die Gesamtstunden zu ändern. Die Rechnung dazu steht unter Wie plant man freie Wochenenden fair ein?
Die Prozentsätze für Krankheit und Ausfälle sind keine Normwerte, sondern müssen aus den eigenen Zahlen des Betriebs kommen. Ein Erfahrungswert aus einem anderen Betrieb oder einer anderen Branche ist für die Planung wertlos. Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Was ändert sich bei anderen Vertragsstunden?
Die Gruppenzahl reagiert empfindlich auf die vertragliche Arbeitszeit.
Bei 40 Stunden statt 42 steigt die rechnerische Zahl von 4,00 auf 4,20. Bei 45 Stunden sinkt sie auf 3,73 — was in der Praxis nichts hilft, weil vier Gruppen die kleinste ganze Zahl bleiben, die den Plan trägt.
Diese Unstetigkeit ist typisch. Zwischen den ganzen Gruppenzahlen gibt es keine Zwischenschritte, nur Puffer oder Überlast. Deshalb ist die Frage nach der Gruppenzahl eigentlich eine Frage nach dem Umgang mit der Differenz zur nächsten ganzen Zahl.
Wer die eigene Zahl bestimmen will, findet den vollständigen Rechenweg unter Schichtplan selbst erstellen.
💬 Meine Einschätzung
Die Gruppenzahl ist die einzige Grösse der Schichtplanung, die sich nicht wegverhandeln lässt. Alles andere — Rotation, Blocklänge, Zykluslänge — ist Gestaltung. Die Gruppenzahl ist Arithmetik. Das typische Muster: Die Planung rechnet den Bedarf, die Kostenseite rechnet die Stellen, und die Differenz landet beim Team. Mein Rat an jeden, der einen Plan verantwortet: Diese Differenz schriftlich festhalten, bevor der Plan in Kraft tritt. Nicht als Vorwurf, sondern als Grundlage — damit beim ersten Engpass nicht die Planung schuld ist, sondern die Lücke sichtbar wird, die von Anfang an bekannt war.
- Grundrechnung: Besetzungsstunden je Woche geteilt durch Vertragsstunden.
- 24/7 mit drei Achtstundenlagen: 168 ÷ 42 = 4 Gruppen.
- Verfügbar sind je Person nur rund 1.770 statt 2.184 Stunden im Jahr.
- Realistisch sind damit knapp 5 Gruppen für den Rundumbetrieb.
- Zwischenlösungen: Springerpool, Teilzeit oder längere Wochenendlagen.
Für konkrete Eingaben rechnet der Schichtplan-Generator Gruppen, Wochenstunden und Vollzeitstellen aus.
Vier oder fünf Gruppen als Plan
Derselbe Rundumbetrieb mit vier und mit fünf Gruppen: 42,0 gegenüber 33,6 Stunden pro Woche.
Gezeigt: kurzrollierende Variante mit je zwei Früh-, Spät- und Nachtschichten, danach zwei freie Tage (2-2-2-2). Ausschnitt von fünf Wochen; der Zyklus dauert 8 Tage und wiederholt sich danach. Gezeigt: fünf Gruppen mit je zwei Früh-, Spät- und Nachtschichten, danach vier freie Tage (2-2-2-4). Ausschnitt von fünf Wochen; der Zyklus dauert 10 Tage und wiederholt sich danach.Vollkonti mit vier Gruppen
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Vollkonti mit fünf Gruppen
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Alle Modelle mit Kennzahlen und Prüfung: Schichtplan-Vorlagen.
Häufige Fragen
Wie viele Gruppen braucht ein Dreischichtbetrieb ohne Wochenende?
Drei. Jede Gruppe ist eine Woche in einer Lage, nach drei Wochen beginnt der Zyklus von vorn.
Schreibt das Gesetz eine Mindestzahl vor?
Keine feste Zahl. Das SECO nennt für den ununterbrochenen Betrieb in der Regel mindestens vier Gruppen; verbindlich sind die Grenzen zu Höchstarbeitszeit, Ruhezeit und freien Sonntagen.
Wie hoch sollte der Ausfallzuschlag sein?
Das ergibt sich aus den eigenen Zahlen: Ferienanspruch, Feiertage, Krankheitsquote und Ausgleichsruhezeit für Nachtarbeit. Pauschalen aus anderen Betrieben führen in die Irre.
Was tun, wenn die Rechnung 4,9 Gruppen ergibt?
Entweder auf fünf aufrunden oder die Differenz bewusst über einen Springerpool oder Teilzeitstellen abdecken. Was nicht funktioniert, ist auf vier abzurunden und zu hoffen.
Der Überblick über alle Modelle steht unter Schichtmodelle in der Schweiz: Welche gibt es und wie funktionieren sie?.
Verwandtes Thema: Wie funktioniert ein Zwölfstundenmodell im Schichtbetrieb?.
Quellen
- SECO, Wegleitung zu Artikel 24 ArG — ununterbrochener Betrieb, in der Regel mindestens vier Schichtgruppen
- Arbeitsgesetz (ArG, SR 822.11), Artikel 9 — wöchentliche Höchstarbeitszeit von 45 und 50 Stunden
- Arbeitsgesetz (ArG, SR 822.11), Artikel 17b — Ausgleichsruhezeit von 10 Prozent bei dauernder Nachtarbeit
- Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1), Artikel 36–38 — Durchschnittsbildung über 16 Wochen, Ruhetage
- Eigene Auswertung eines Betriebsplans mit vier Gruppen über 28 Tage, 2023 bis 2025
Zuletzt geprüft: 19. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.


